AVDK im Spiegel der Zeit

VON WEGEN LACKSCHUHKARNEVAL

Schauen Sie auch gerne Ausschnitte aus Karnevalssitzungen der 50er-, 60er-Jahre?

Ein festlich gekleidetes Publikum, nicht nur im „vornehmen“ Düsseldorf, nein auch in Köln oder Mainz. Einen Jecken im Kostüm hätten die Saalordner vermutlich höflich aber bestimmt nach Hause geschickt.

Noch die Anfänge des „Närrischen Dienstag„ waren von dezenter bis mondäner Abendgarderobe gekennzeichnet. Hat sich das Bild nicht herrlich gewandelt? Ein nicht-kostümierter Zuschauer ist heute die große Ausnahme. 

Der AVDK würde ihn natürlich nicht rausschmeißen, sind wir doch relativ sicher, dass unser tolles Programm und die feiernden Tischnachbarn ihn so animieren, dass er sich im Laufe des Abends noch verkleiden wird, irgendwas Kostümartiges findet sich immer. Erfreuen wir uns an unserer eigenen Verkleidung und an den Kostümen der andern, mit denen wir demonstrieren: Ja, heute hauen wir auf die Pauke!!!

1829

DAS GRÜNDUNGSJAHR DES AVDK

Einzug Napoleons
am 3.11.1811 in Düsseldorf. Steindruck nach einer zeitgenössischen Lithographie von Petersen. Quelle:Stadtarchiv

Nach der Niederlage Napoleons 1813/15 und der Neuverteilung der Länder auf dem Wiener Kongress nahm am 5. April 1815 der preussische König Friedrich Wilhelm III. die Rheinlande in Besitz. Düsseldorf war nun nicht mehr Residenzstadt, sondern nur noch Hauptstadt eines Regierungsbezirks. Mit ca. 20.000 Einwohnern bildete die Stadt nicht einmal einen eigenen Stadtkreis, sondern gehörte bis 1872 zum Landkreis Düsseldorf. Düsseldorf war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Landstadt, die erst wieder einen gewissen Aufschwung erlebte, als sie 1820 eine Garnison erhielt. Als Kommandeur kam Prinz Friedrich von Preussen nach Düsseldorf, der im Schloss Jägerhof Wohnung nahm und der Stadt wenigstens im Kleinen wieder einen Residenzcharakter verlieh. Hinzu kam, dass seit 1819 die kurfürstliche Kunstakademie als Königlich Preussische Kunstakademie weitergeführt wurde und unter den Direktoren Peter Cornelius (+ 1867) und ab 1826 Wilhelm von Schadow (+ 1862) einen bedeutenden Aufschwung nahm. Auch wurde Düsseldorf zum Tagungsort des neugeschaffenen Provinziallandtags der Rheinprovinz bestimmt.

In diesem Umfeld hatten einige Bürger der Stadt Düsseldorf, damals wie erwähnt gerade mal 28000 Einwohner, nichts besseres zu tun, als einen Karnevalsverein zu gründen. 1826 schlossen sich „capabele Bürger“ zu einer losen Vereinigung zusammen. Doch zwei Jahre später wollten Behörden den Karneval in Düsseldorf unterdrücken. Daraufhin schloss sich die Vereinigung enger zusammen. Sie traf sich am 8. Februar 1829, um 4 Uhr im Saale des Hofgartenhauses zur Generalversammlung. Es war letztendlich die Gründungsversammlung, und man gab sich den Namen „Carnevalsverein pro 1829“, abgekürzt „pro.“ Der AVDK war gegründet, wenn auch noch unter anderem Namen.

Doch er hatte schon einen Präsidenten: den Regierungsreferendar Leo Schumacher. „Zielbewusst, geistreich und humorvoll übernahm er die Leitung der Sitzungen, Maskenbälle, Kappenfahrten und Faschingszüge“, heißt es in einer früheren Chronik. Zu den Sitzungen waren übrigens nur Herren zugelassen.

1834

Aus den Akten des Regierungspräsidenten

Freiherr. v. Schmitz-Grollenburg

Der Regierungspräsident in Düsseldorf erließ am 8. Februar 1834 an den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf folgende Verfügung:

„An den Herrn Oberbürgermeister v. Fuchsius Hochwohlgeboren – hier-selbst. Mittelst der in beglaubigter Abschrift beigefügten Allerhöchsten Order vom 31. v. Mts. haben des Königsmajestät aufs neue die Carnevals-Lustbarkeiten im Allgemeinen untersagt. Ew. Exz. voran lasse ich daher in folge höherer Verfügung, wenn etwa hier dergleichen beabsichtigt werden sollte, das Erforderliche sofort anzuordnen, damit der Befehl Seiner Majestät des Königs pünktlich vollzogen werde. Unterschrift gez… “

In der Kabinettsorder vom 31.01.1834 waren Karnevalsveranstaltungen nur in den Städten der Rheinprovinz zugelassen, wo sie sich seit alters her fortgesetzt erhalten haben, wie es z. B. in Cöln der Fall gewesen ist.

Daraufhin berichtet der Oberbürgermeister von Düsseldorf am 23. Februar 1834 an den Hochwohlgeborenen Herrn Regierungschefpräsident Frhr. v. Schmitz-Grollenburg, daß in Düsseldorf schon lange vor der Besitzergreifung durch den Preußischen Staat bedeutende Maskenbälle, Maskenzüge und Carnevalsbelustigungen stattgefunden hätten und daher die recr. Kabinettsorder in hiesiger Stadt keine Anwendung finden könne.

Diese Gegendarstellung wurde bereits am 26. Februar 1834 an den Oberpräsident in Coblenz weitergeleitet. Nach längerem Hin und Her erhielt Düsseldorf eine Ausnahmegenehmigung in Aussicht gestellt, wenn ein diesbezüglicher Antrag einginge.
Für die Städte Coblenz, Aachen und Trier wurde solches nicht avisiert. Der Ablehnungsgrund lag in der „Beeinträchtigung der Moralität bei den die rohe Lust erzeugenden Tanzvergnügen vor allem bei der niederen Bevölkerungsklasse, der Vorschubleistung zur Abhaltung von Trinkgelagen und dadurch hervorgerufenen leichtsinnigen Geldausgaben, die bis zur Armut führen und somit den Wohlstand schmählern“ Durch Kabinettsorder vom 31. Januar 1835 war es der Stadt erst möglich, einen Antrag an das Staatsministerium zu stellen. Das geschah auch, so daß der 1.offizielle Karnevalszug in diesem Jahr durch die Straßen Düsseldorfs ziehen konnte.

1843/1844

1843, Lithografie
koloriert, Stadtmuseum D 4335

Freiherr Raitz von Frentz, der aus altem kölnischem „Uradel“ stammte und von 1839 bis 1863 Landrat von Düsseldorf war wandte sich Ende 1843 an den damaligen Düsseldorfer Oberbürgermeister Fuchsius mit der Bitte, ihm Vorschläge zur Einschränkung der Karnevalslustbarkeiten zu machen. Es habe sich in den letzten Jahren in Düsseldorf eingebürgert, daß die „Vorbereitungen zu den Karnevals-Vergnügungen schon gleich nach Neujahr beginnen und die Karnevals-Freude in unzähligen Comite´s getheilt, regelmäßige Sitzungen in jeder Woche halten, die namentlich in den untersten Ständen in Nachtschwärmereien ausarteten.“

Seit seiner Gründung 1829 war der „Allgemeine Verein der Karnevalsfreunde“ aus politischen Gründen mehrmals verboten worden. Kölner und Düsseldorfer Karnevalisten trafen sich immer wieder; 1844 kam es auf der Insel Nonnenwerth zu einer Zusammenkunft von Karnevalsfreunden aus Bonn, Düsseldorf, Koblenz, Köln und Mainz.

1844: Ein ganzer Aktenband beinhaltet die polizeyliche Beaufsichtigung der Carnevals-Belustigungen, ‚Weil es oft vorkommt, daß sich hinter diesem Treiben, seinen Gesängen und Reden staatsfeindliche Umtriebe verstecken“.

Am 27. Januar 1844 teilte der Kommandeur der 14. Division zu Düsseldorf mit, daß mehrere Hautboisten von ihm mit Arrest bestraft worden seien, weil sie ohne die erforderliche polizeyliche Genehmigung zu besitzen oder beantragen zu lassen auf Veranlassung eines Mannes namens Junkersdorf Musik gemacht hätten. Anlaß zu dieser Maßnahmen war aber in Wirklichkeit der Ärger über eine Rede des Carnevalspräsidenten, in der er die geheiligte Person Seiner Majestät des Preußischen Königs persifliert und somit herabgewürdigt haben soll. Der genaue Inhalt der Rede bzw. ein Conzept dazu konnte aber trotz eifrigsten Bemühens der Polizey nicht beschafft werden.
Da in einigen Versammlungen des Allgemeinen Vereins der Carnevals-Freunde trotz staatlicher Ordnung keine Ruhe und Besonnenheit eintreten wollte, ordnete der Regierungspräsident über den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf die Auflösung dieses Carnevals-Vereins an. Interessant ist dabei zu lesen, daß im Vorstand des Vereins Namen auftauchen, die vier Jahre später bei der Revolution 1848 wieder an vorderster Stelle genannt werden.

1845

Der Düsseldorfer Stadtrat von 1845

Düsseldorf, 1845

Auch der Düsseldorfer Stadtrat beschloß am 4. November 1845, es sei an der Zeit, etwas gegen die immer weiter zunehmenden öffentlichen Belustigungen und Feste, insbesondere aber der Karnevalsvereine und Karnevalsversammlungen zu tun. Oberbürgermeister Fuchsius sprach sich dafür aus, daß die öffentlichen Volksfestlichkeiten „auf das Herkömmliche genau beschränkt“ werden sollten. Dem AVDK wurde dennoch die Konzession für 1846 unter den Bedingungen erteilt, daß die Versammlungen erst mit dem 6.Januar begännen, bis zu den Karnevalstagen wöchentlich nur eine Versammlung gehalten würde und diese Versammlungen mit der Polizeistunde um 23 Uhr schließen müßten. Dabei müßte „jede Anspielung oder Witzelei über Gegenstände politischen Inhalts sorgfältig unterlassen werden“ und alles vermieden werden, „was die gute Sitte, die Religion, den Staat und seine Behörden so wie die den Privatpersonen schuldigen Rücksichten verletzen könnte“.

Anmerkung des heutigen AVDK:

Zu Witzelei über politischen Inhalt:
wir denken natürlich an den Rosenmontags-Wagenentwurf mit der „Stichwahl“, der Frau Bürgermeisterin Smeets nicht genehm war. Das Carnevals Comitee hat sich dem politischen Druck gebeugt.

Zu gute Sitte:
wir denken an den „Busenkrieg“, der um einen Rosenmontags-Wagen ging, der nackte Tatsachen in Pappmache´ zeigte und zu Auseinandersetzungen zwischen Franz Wolf, dem Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval und unserem CC Präsidenten Günter Pagalies führte. Der Wagen wurde leicht verändert dennoch gebaut und ist im Rosenmontagszug mitgezogen.

Zu Religion:
wir denken an den „Kruzifixwagen“, ein Rosenmontags-Wagenentwurf, der eine Entscheidung der Justiz um Kruzifixe in bayerischen Schulen zum Motto haben und ein wenig persiflieren sollte und zu einem Aufschrei vor allem der katholischen Kirche führte. Der Wagen wurde nicht gebaut.

Sämtliche unter 1-3 aufgeführten Ereignisse wurden von den Medien aufgegriffen und es wurde Partei ergriffen. Selten zu Gunsten des Karnevals.

Zitiert wurde ein Text von 1845. Sind wir heute, mehr als 150 Jahre später, eigentlich sehr viel weiter?

1846

Ehrenurkunde von 1846
mit Zensurvermerken

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte sich der AVDK zum Sprachrohr liberaler Einstellungen. Zu einer Zeit, als Düsseldorf von Preussen regiert wurde. Er ernannte Ehrenmitglieder und stellte hierüber ein Diplom in Form einer Urkunde aus. Dahinter muß ein starkes Selbstbewußtsein in einer undemokratischen Zeit und ein nach Meinungsfreiheit und Mitbestimmungsrecht strebendes Bürgertum gesehen werden.

Ab 1840 arbeiteten unter anderem die Düsseldorfer Künstler verstärkt im Karneval mit, so daß die Urkunden zur Ernennung von Ehrenmitgliedern kunstvoll gestaltet und verziert waren. Der Text der Diplome handelte vom Sinn des Karnevals.

„[…] unser Carneval soll so bunt sein, wie das Leben selbst, er soll alle Stände, alle Classen unter der Kappe vereinigen und einen Reichthum, eine Fülle der Ideen, ein geistiges Leben entwickeln, dessen sich alle freuen sollen, die nur etwas Phantasie besitzen und – Verstand.“

Auf diese Weise wurde unter anderem auch Ernst Moritz Arndt zum Ehrenmitglied ernannt.

Der Preußische Innenminister fordert 1847 erneut die Auflösung des obigen Vereins, weil er „Narrendiplome“ an ausgesuchte Persönlichkeiten verschickte, die sich nicht „staatstreu“ verhielten. Der Innenminister wies den Regierungspräsidenten ausdrücklich an, die Personen des Vorstandes ausführlich auf ihre Staatstreue hin zu überprüfen.

( Quelle: Bezirksregierung Düsseldorf – www.brd.nrw.de )

1886

Kölner Büttenredner beim AVDK

Ende des 19. Jahrhunderts zogen erstmals Büttenredner durch die Säle, die von den Gesellschaften für ihren Auftritt Geld verlangten. Besonders gute und beliebte Redner traten auch auswärts auf. So David Boom aus Köln, der als Graf von und zu Dattenberg in die Bütt stieg, große Erfolge feierte und wohl deswegen in den Jahren 1886 und 1890 beim AVDK in Düsseldorf zu erleben war.

Nichts Neues also, daß „Kölner“ Büttenredner in den Sitzungen des AVDK das Publikum begeistern.

1887

Statuten des AVDK aus 1887

In §1 der Statuten des AVDK aus 1887 hieß es, daß der Verein bezwecke, „in der Zeit von Weihnachten bis Fastnacht alljährlich die Bürger Düsseldorfs zu geselligem Verkehr zusammen zu führen.“

Vom Carnevalsanfang sendet Euch die besten Grüße…..
So lautet der handgeschriebene Text auf der Karte, die 1897 nach Hameln an der Weser verschickt wurde.
Links oben der Kopf von Präsident Herchenbach, dem damaligen Präsidenten des AVDK.

1892

PROTOKOLLBUCH DES AVDK VON 1892 BIS 1907

Das Düsseldorfer Stadtmuseum beherbergt ein handschriftliches Protokollbuch des AVDK, in dem die Beratungen der nichtöffentlichen Sitzungen aus der Zeit von Ende 1892 bis Ende 1907 festgehalten sind. Das Protokollbuch gibt dabei unter anderem Aufschluß über die Regelung organisatorischer Fragen wie die Bestellung von Orden und Kappen und die Einrichtung eines eigenen Büros während der Karnevalszeit.

1899

Liederheft zur Damensitzung 1899
Autor: Arthur Janssen, der 1903 Präsident des AVDK wurde.

Nicht mehr nur die Herren – wie 1829 – feiern den Karneval, sondern endlich auch die Damen.

In dem Liederheft, das sich im Archiv des AVDK befindet, kann man sich an tollen Texten erfreuen.

„Zur Tonhall`geht Karline
mit Max so gerne hin,
verklärt wird ihre Miene
kommt in den Saal sie ´rin.
Sieht sie die bunten Mützen
der Narren froher Chor,
gleich möchte sie ihn bützen
beißt heimlich ihn ins Ohr.“

 

Ebenfalls 1899: Das offizielle Zugprogramm. Von Künstlern gestaltet wurde diese Heft damals zum Preis von 50 Pfennig herausgegeben. Es zeigt auf den inneren Seiten die einzelnen Wagenentwürfe. Darin enthalten waren 4 Postkarten, die der Besucher der Stadt Düsseldorf an seine Lieben zu Hause schicken konnte.

1929

Hundert Jahre AVDK

An der großen, glänzenden Prunk- und Jubiläumssitzung im überfüllten Apollo Theater am 5. Januar 1929 nahmen – außer den Spitzen der Behörden und zahlreichen Ehrengästen – über dreißig Düsseldorfer – und auswärtige (namentlich die großen Kölner) Karnevalsvereine teil.

Präsident und Gastwirt Toni Wilbert steuerte das AVDK-Narrenschiff zur damaligen Zeit.

1939

Bombenschäden
Blick in den bei einem Luftangriff zerstörten Rittersaal in der Tonhalle (Foto: Dolf Siebert, 12.6.1943)

Als im Jahre 1939 im Düsseldorfer Karneval das „Helau“ verklang (von 1940 – 1945 gab es kein Prinzenpaar), konnte der Allgemeine Verein der Karnevalsfreunde Düsseldorf e.V. auf 110 Jahre zurückblicken.

Die Jahre vor dem Krieg waren geprägt durch schöne Feste und Sitzungen in der Städtischen Tonhalle, die leider im II. Weltkrieg zerbombt wurde.

Präsident war Lichtreklamehersteller Peter Bové.

 

 

1949

Im Krieg verlor der AVDK seine gesamte Habe. Wir wissen heute leider nicht einmal mehr, woraus diese Habe bestand.

Kurz nach Beendigung des Krieges hatte der AVDK bereits eine Großveranstaltung im Circus Williams, der auf der Erkrather Straße gastierte, organisiert.

Am 26. und am 27. Februar 1949 veranstaltete der AVDK in den Ausstellungshallen am Ehrenhof zwei Maskenbälle unter dem Motto „Bö Bu Ba“ ( Böser Buben Ball ) und „Drunter und Drüber“.

Außerdem „Die große Rosenmontags-Redoute“ am 28. Februar 1949 im künstlerisch hergerichteten Planetarium.

Peter Bové blieb Präsident bis zum Jahre 1953.

Der Düsseldorfer Wochenspiegel, ein Blatt mit Kultur.

Offiziell im Februar des Jahres 1949 von der Landeshauptstadt Düsseldorf herausgegeben. Der Karneval steht auf dem Titelblatt. Kein Wunder, wenn man an diese Zeit zurückdenkt. Jeder konnte damals eine Ablenkung vom grauen Alltag gut gebrauchen.

1959

Fußgruppe im Rosenmontagszug 1955

Der Schlösser Saal in der Altstadt war fertig geworden. Hier schlug der AVDK nunmehr seine Zelte auf und veranstaltete am Karnevalssamstag und am Sonntag seine legendären und beliebten Altstadtbälle. Für kleines Geld viel Spaß im Schlösser Saal mit Schlösser Alt.

Neuer Präsident wurde Jak Neeten, Peter Bove´ wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt.

1969

140 JAHRE AVDK!

Von Samstag, 1. Februar 1969 bis einschließlich Rosenmontag, 17. Februar 1969 wurden veranstaltet:
die „Große Jubiläums-Prunksitzung“ mit dem Motto „140 Jahre Allgemeiner Verein“ in der Stadthalle Neuss,
das „Kinder-Kostümfest“ im Messerestaurant Düsseldorf,
die „Große Jubiläums-Prunksitzung“ mit dem Motto „140 Jahre Allgemeiner Verein“ im Messerestaurant Düsseldorf (die Karten kosteten damals 6,– und 8,– DM!),
„Größter Karnevals-Ball 69“ in der Kongreßhalle Düsseldorf (unter anderem trat das WDR Showorchester unter Werner Müller auf),
der „Kostümball“ im Brauerei -Ausschank Schlösser in der Altstadt,
die „Rosenmontags-Redoute“ ebenfalls im Brauerei -Ausschank Schlösser.

Der AVDK schmückte sich damals mit einem Tanzmariechen mit Namen Anita Hellmuth und den Paginnen Brigitte, Elisabeth, Elke, Ilona, Inge, Karin und Monika.

1975

Kölner Orden von 1975

Da hat doch seinerzeit im Jahre 1975 die Kölner Karnevalsgesellschaft Blau-Weiss von 1956 einen Orden mit dem Text „Üch fange mer och noch!“ herausgebracht. Eine Umsetzung des damaligen Köner Mottos „Seid umschlungen Millionen“. Eine dicke fette Colonia versucht mit Hilfe eines Keschers unseren Düsseldorfer Schloßturm, die Lambertuskirche und einen Topf mit „Senf“ zu fangen! Und der Kölner Dom grinst dabei!

Das konnte ja nicht klappen. Wenn die Kölner noch nicht einmal wissen, daß der Düsseldorfer Senf „Mostert“ heißt. Und außerdem, ist die häßliche dicke Colonia auf dem Orden eine der berühmten Kölner Jungfrauen? Dann wundert uns in Düsseldorf nichts mehr…

1979

150 JÄHRIGES JUBILÄUM

Auch 1979 wurde 7 mal bei großen Veranstaltungen des AVDK aus voller Brust Helau gerufen.

Die Jubiläums- Sitzung fand im Hotel Düsseldorf Hilton statt,
der Senatorenball im Hotel Nikko,
ein Kinderkarneval in der Rheinterrasse und natürlich
eine Sitzung in der Stadthalle Neuss und
der Jubiläums-Empfang war ebenfalls im Hilton Hotel.

Närrisch war man natürlich, deswegen begann der Empfang um 10 Uhr und 33 Minuten.

Dr. Jörg Weck, Mitglied des Elferrates, sollte sozusagen Jubiläumsprinz werden, die Zusage des Karnevalsausschusses war erfolgt, das Prinzenpaar in spe wurde offiziell der Presse vorgestellt, da begann ein Kesseltreiben gegen Jörg, der als Rechtsanwalt seinerzeit Pflichtverteidiger für einen Angeklagten im Majdanek Prozess war. Er trat freiwillig zurück. Ein Anderer wurde Prinz Karneval. Im Jahr 1984 wurde er dann doch noch Prinz der Landeshauptstadt Düsseldorf.

2004

175 JAHRE AVDK

Watt kütt dat kütt

So lautete das Motto der Session 2004 in Düsseldorf.

Für Fremde: „Was kommt das kommt“ – ein Stück rheinischer Fatalismus. Aber auch ein Zeugnis von rheinischer Gelassenheit und damit verbundenem Durchsetzungsvermögen. Wer hätte 1829 gedacht, dass es der Allgemeine Verein mal zu einem solchen Jubiläum schaffen würde? Die preussische Regierung jedenfalls hätte es sich nicht erträumt.

Dazu schreibt die Rheinische Post:

Düsseldorf (RPO) Düsseldorf (RP). Am liebsten möchte Stefan Kleinehr den Rosenmontagszug im nächsten Jahr auf Veilchendienstag verschieben. Nicht, weil der Präsident des Allgemeinen Vereins Düsseldorfer Karnevalsfreunde, kurz AVDK, Mönchengladbach übertrumpfen möchte. Nein, nächstes Jahr am Veilchendienstag, am 8. Februar 2005, feiert der AVDK Jubiläum. Er wird 16 mal 11 Jahre alt.

Doch das CC wird dem Wunsch des Präsidenten wohl kaum entgegen kommen, zumal der AVDK auch schon in diesem Jahr einen Jubiläumsgeburtstag feiert. Er wurde gestern vor 175 Jahren gegründet und ist damit der älteste Karnevalsverein Düsseldorfs.

Während sich die einen Gardisten, die anderen schlicht Mitglieder oder einfach nur Narren nennen, geht es beim AVDK vornehmer zu. Die 130 Mitglieder heißen Senatoren. Man schaue sich nur die schicken Anzüge an, die die Herren des Elferrats statt Uniform tragen. Das macht was her. Und das schon lange.

Die Geschichte berichtet, dass am Niederrhein schon vor Jahrhunderten Narrenvereinigungen entstanden waren. In Düsseldorf wurde der Karneval von „hoch und niedrig“ gefeiert, das beweisen Urkunden.

1826 schlossen sich „capabele Bürger“ zu einer losen Vereinigung zusammen. Doch zwei Jahre später wollten Behörden den Karneval in Düsseldorf unterdrücken. Daraufhin schloss sich die Vereinigung enger zusammen. Sie traf sich am 8. Februar 1829, um 4 Uhr im Saale des Hofgartenhauses zur Generalversammlung. Es war letztendlich die Gründungsversammlung, und man gab sich den Namen „Carnevalsverein pro 1829“, abgekürzt „pro.“ Der AVDK war gegründet, wenn auch noch unter anderem Namen.

Doch er hatte schon einen Präsidenten: den Regierungsreferendar Leo Schumacher. „Zielbewusst, geistreich und humorvoll übernahm er die Leitung der Sitzungen, Maskenbälle, Kappenfahrten und Faschingszüge“, heißt es in einer früheren Chronik. Damals zählte Düsseldorf übrigens 28000 Einwohner, und zu den Sitzungen waren nur Herren zugelassen.

Das hat sich glücklicherweise geändert. Inzwischen dürfen sogar Frauen beim AVDK Senatorinnen werden. Weil sich schon wenige Jahre nach der Gründung zwei lose „Carnevalsvereinigungen“ dem „pro“ anschlossen, lautet der Name nun „Allgemeiner Verein der Carnevalsfreunde 1829“.

Den Namen trägt der Verein heute noch, mit dem kleinen Unterschied, dass aus dem C ein K wurde.

Doch der Kampf um die offizielle Anerkennung des Düsseldorfer Karnevals bei Regierung und Stadtverwaltung ging weiter. Erst nach siebenjährigem Streit wurde die Erlaubnis zu öffentlichen Maskenzügen erteilt.

Inzwischen weht in dem alten Verein frischer Wind. Denn junges Blut regiert. Sein Präsident Stefan Kleinehr (37) hat „neuen Schwung in den Verein gebracht“. Das betont CC-Chef Günther Pagalies in seinem Gratulationsschreiben.