1829 bis heute
Das schreibt die Rheinische Post
Frischer Wind mit jungem Blut lautet die Überschrift eines ganzseitigen Artikels in der "Rheinischen Post" vom 9.2.2004. Am 8.2.1829 wurde der AVDK gegründet. Eigentlich mit kleinem "d", wie "der". Hier und da wird das große "D" in unserem Logo mit Düsseldorf übersetzt. Das ist aber falsch. Deshalb nochmal ganz langsam:
Allgemeiner Verein der Karnevalsfreunde Düsseldorf : AVDK oder eigentlich: AVdK
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1829 das Gründungsjahr des AVDK
1829, das Gründungsjahr des AVDK.
Wie hat damals das politische Umfeld ausgesehen?
Nach dem Sturz Napoleons I. traten in Wien 1815 sämtliche europäischen Staatsmänner und Fürsten zusammen, um Europa politisch neu zu ordnen. Die wichtigsten waren Zar Alexander I.,Rußland, König Friedrich Wilhelm III. von Preussen, Talleyrand, Frankreich, und Fürst von Metternich, Österreich.
Preussen erhielt beim „Wiener Kongress" unter anderem die sogenannte Rheinprovinz (Teile des heutigen Nordrhein Westfalens und Teile vom heutigen Rheinland Pfalz) zugesprochen. Damit fiel Düsseldorf an Preussen. Vorher (seit 1806) gehörte das Großherzogtum Berg, und damit auch Düsseldorf, zu dem Frankreich Napoleons I, der das Gebiet von Preussen unter Friedrich II. (der Große) erkämpft hatte.
1821 lehnten sich die Griechen erstmals gegen die Herrschaft des Osmanischen Reiches auf. Ein Jahr später proklamierten die Griechen die Unabhängigkeit des Landes. Aber erst 1829 siegten die Griechen mit russischer Unterstützung in einem Krieg über die Türken, die die Unabhängigkeit Griechenlands erst ein Jahr später anerkannten.
Ebenfalls beim „Wiener Kongress" war das Königreich der Vereinigten Niederlande unter Wilhelm I. (Nassau -Oranien) entstanden. Das Reich bestand aus den südlichen (katholischen) und den nördlichen (kalvinistisch oder protestantischen) Niederlanden. In Brüssel kam es 1830 zu Aufständen und Straßenschlachten zwischen den verschiedenen niederländischen Truppen nach deren Ende die Unabhängigkeit des neuen Staates Belgien verkündet wurde.
Und in diesem Umfeld, das 1830 auch noch von der französischen Julirevolution (schauen Sie sich das Musical „Les Miserables" nach dem Roman von Victor Hugo an) beeinflußt wurde, hatten einige Bürger der Stadt Düsseldorf, damals 28000 Einwohner, nichts besseres zu tun, als einen Karnevalsverein zu gründen.
Die hatten einfach „Knaatsch" mit der Obrigkeit, dem preussischen König! Es ging sicherlich um die Freiheit, manches anders zu sehen als die Regierenden (der Geist der Aufklärung verbreitete sich) und natürlich auch darum, Spaß zu haben. Ist es nicht heute auch noch so, daß wir der Obrigkeit auf die Finger schauen und uns nicht alles gefallen lassen sollten? Es sei nur beispielhaft an das Theater mit dem „bayerischen Kruzifix" erinnert.
Und noch etwas. 1990 wurden die Karnevalisten gezwungen, wegen des Golfkrieges den Karneval abzusagen. Zur Gründungszeit des AVDK befand sich halb Europa in kriegerischen Auseinandersetzungen. Eigentlich hätte deswegen schon damals gar kein Karnevalsverein gegründet werden dürfen. Unsere Gründungsmitglieder haben es aber dennoch getan! Und das war gut so.
Helau.
Protokollbuch des AVDK von 1892 bis 1907
Das Düsseldorfer Stadtmuseum beherbergt ein handschriftliches Protokollbuch des AVDK, in dem die Beratungen der nichtöffentlichen Sitzungen aus der Zeit von Ende 1892 bis Ende 1907 festgehalten sind. Das Protokollbuch gibt dabei unter anderem Aufschluß über die Regelung organisatorischer Fragen wie die Bestellung von Orden und Kappen und die Einrichtung eines eigenen Büros während der Karnevalszeit.
Statuten des AVDK aus 1887
In §1 der Statuten des AVDK aus 1887 hieß es, daß der Verein bezwecke, „in der Zeit von Weihnachten bis Fastnacht alljährlich die Bürger Düsseldorfs zu geselligem Verkehr zusammen zu führen."
Freiherr Raitz von Frentz ( 1803 – 1874 )
Freiherr Raitz von Frentz, der aus altem kölnischem „Uradel" stammte und von 1839 bis 1863 Landrat von Düsseldorf war wandte sich Ende 1843 an den damaligen Düsseldorfer Oberbürgermeister Fuchsius mit der Bitte, ihm Vorschläge zur Einschränkung der Karnevalslustbarkeiten zu machen. Es habe sich in den letzten Jahren in Düsseldorf eingebürgert, daß die „Vorbereitungen zu den Karnevals-Vergnügungen schon gleich nach Neujahr beginnen und die Karnevals-Freude in unzähligen Comite´s getheilt, regelmäßige Sitzungen in jeder Woche halten, die namentlich in den untersten Ständen in Nachtschwärmereien ausarteten."
Der Düsseldorfer Stadtrat von 1845
Auch der Düsseldorfer Stadtrat beschloß am 4. November 1845, es sei an der Zeit, etwas gegen die immer weiter zunehmenden öffentlichen Belustigungen und Feste, insbesondere aber der Karnevalsvereine und Karnevalsversammlungen zu tun. Oberbürgermeister Fuchsius sprach sich dafür aus, daß die öffentlichen Volksfestlichkeiten „auf das Herkömmliche genau beschränkt" werden sollten. Dem AVDK wurde dennoch die Konzession für 1846 unter den Bedingungen erteilt, daß die Versammlungen erst mit dem 6.Januar begännen, bis zu den Karnevalstagen wöchentlich nur eine Versammlung gehalten würde und diese Versammlungen mit der Polizeistunde um 23 Uhr schließen müßten. Dabei müßte „jede Anspielung oder Witzelei über Gegenstände politischen Inhalts sorgfältig unterlassen werden" und alles vermieden werden, „was die gute Sitte, die Religion, den Staat und seine Behörden so wie die den Privatpersonen schuldigen Rücksichten verletzen könnte".
Anmerkung des heutigen AVDK:
Zu Witzelei über politischen Inhalt:
wir denken natürlich an den Rosenmontags-Wagenentwurf mit der „Stichwahl", der Frau Bürgermeisterin Smeets nicht genehm war. Das Carnevals Comitee hat sich dem politischen Druck gebeugt.
Zu gute Sitte:
wir denken an den „Busenkrieg", der um einen Rosenmontags-Wagen ging, der nackte Tatsachen in Pappmache´ zeigte und zu Auseinandersetzungen zwischen Franz Wolf, dem Präsidenten des Bundes Deutscher Karneval und unserem CC Präsidenten Günter Pagalies führte. Der Wagen wurde leicht verändert dennoch gebaut und ist im Rosenmontagszug mitgezogen.
Zu Religion:
wir denken an den „Kruzifixwagen", ein Rosenmontags-Wagenentwurf, der eine Entscheidung der Justiz um Kruzifixe in bayerischen Schulen zum Motto haben und ein wenig persiflieren sollte und zu einem Aufschrei vor allem der katholischen Kirche führte. Der Wagen wurde nicht gebaut.
Sämtliche unter 1-3 aufgeführten Ereignisse wurden von den Medien aufgegriffen und es wurde Partei ergriffen. Selten zu Gunsten des Karneval.
Zitiert wurde ein Text von 1845. Sind wir heute, mehr als 150 Jahre später, sehr viel weiter?
War Cäsar Mitglied des AVDK?
War Caesar Mitglied im AVDK? Diese Frage stellte sich die Fotografin dieser Caesar-Büste, die im römischen Museum zu finden ist. Der große Feldherr mit einem Amulett. Oder ist es ein fröhlicher Gott, vielleicht Bacchus?
Dann könnte die Amulettinschrift in etwa folgendes bedeuten:
Ars Vivendi Desidia Kum Zelus Omnis Opera Oppono.
Die Kunst, das Leben zu genießen ist der Müßiggang, sich mit Eifer gegen jede Arbeit wehren.
Als asketischer Feldherr konnte sich Caesar ein solches Verhalten wohl nicht leisten. Also muss es Bacchus sein.
Möglicherweise ist es aber auch die Büste eines Gründungsmitgliedes des AVDK.
Vor 40 Jahren - 1963
Vor über 40 Jahren hat der AVDK schon Gemeinschaftssitzungen mit Mainz veranstaltet. Und zwar in Düsseldorf und in Neuss! Heute macht das kein Verein mehr. Schade.
Der berühmte Brauereiausschank Schlösser war der beliebte Ort für viele schöne Sitzungen und Kostümbälle.
Inzwischen ist der AVDK wieder mit der Schlösser Brauerei verbunden und wartet auf den neuen Schlösser Saal an der Münsterstraße. Dann wir es dort rundgehen! Aber mindestens bis 2005 müssen wir noch warten.
Der Orden der Session 2004
Unser Jubiläumsorden. 175 Jahre AVDK!
Ein Geschenk des Bund Deutscher Karneval
Der AVDK hat die im Bild zu sehende Schiefertafel vom Präsidenten des BDK ( Bund Deutscher Karneval ) Franz Wolf, zu seinem Jubiläum überreicht bekommen.




