Fakten des 19. Jahrhunderts

Wie groß war Düsseldorf 1829?

Das Stadtwappen 

Düsseldorf hatte im Jahre 1829 etwa 17.600 Einwohner

 

Biedermeier etwa 1815 - 1848

Ausschnitt aus "Der arme Poet" 

Biedermeier – etwa 1815 bis 1848

Heute wird unter diesem Begriff im allgemeinen eine Stilepoche für Kleidung und Möbel, allenfalls noch für einen Malstil verstanden.

Die Bezeichnung „Biedermeier“ ist Mitte des 19. Jahrhundert entstanden. Zwei Schriftsteller, die eine Zeitschrift herausgaben, haben die Gestalt des Dorflehrers „Biedermeier“ erfunden, ein Mensch, dem „seine kleine Stube, sein enger Garten, sein unansehnlicher Flecken und das dürftige Los eines verachteten Dorfschulmeisters zu irdischer Glückseligkeit verhelfen.“ Es sollte eine Parodie auf das Spießbürgertum sein. Erst später wurde der Begriff Biedermeier mit der guten, alten Zeit gleichgesetzt.
In der Biedermeierzeit war aber auch ein konservatives, nach Sicherheit und Ruhe strebendes Denken der Menschen verbreitet.

Künstler, die mit dem Biedermeier in Zusammenhang gebracht werden sind unter anderem der Dichter Adalbert Stifter ( 1805 – 1868 ) und der Maler Carl Spitzweg ( 1808 – 1885 ).

 

Die Eisenbahn kommt

Historische Lokomotive 

Düsseldorf-Elberfelder Eisenbahn Gesellschaft.

Sie wurde 1836 konzessioniert. 1838 wurde das erste Teilstück zwischen Düsseldorf und Erkrath fertiggestellt. Die Eröffnung der Steilstrecke von 8,12 km war am 20.12.1938.

 

1829 wurde der Kunstverein gegründet

Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen wurde 1829 gegründet.

Heute ist er der größte und älteste Kunstverein in Deutschland mit etwa 5.000 Mitgliedern. Er hat Ausstellungsräume im 2. Obergeschoß der Kunsthalle Düsseldorf auf der Neustraße / Mühlenstraße.

 

Griechenland entsteht

1829 war das Ende des russisch-türkischen Krieges. Die Russen, Frankreich und England kämpften gemeinsam gegen das osmanische Reich. Mit dem Frieden von Adrianopel wird Griechenland selbständig. Am 14.9.1829 willigte das osmanische Reich in die Gründung Griechenlands ein.

 

Aus den Akten des Regierungspräsidenten

Der Regierungspräsident in Düsseldorf erließ am 8. Februar 1834 an den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf folgende Verfügung:

„An den Herrn Oberbürgermeister v. Fuchsius Hochwohlgeboren - hier-selbst. Mittelst der in beglaubigter Abschrift beigefügten Allerhöchsten Order vom 31. v. Mts. haben des Königsmajestät aufs neue die Carnevals-Lustbarkeiten im Allgemeinen untersagt. Ew. Exz. voran lasse ich daher in folge höherer Verfügung, wenn etwa hier dergleichen beabsichtigt werden sollte, das Erforderliche sofort anzuordnen, damit der Befehl Seiner Majestät des Königs pünktlich vollzogen werde. Unterschrift gez... "

In der Kabinettsorder vom 31.01.1834 waren Karnevalsveranstaltungen nur in den Städten der Rheinprovinz zugelassen, wo sie sich seit alters her fortgesetzt erhalten haben, wie es z. B. in Cöln der Fall gewesen ist.

Daraufhin berichtet der Oberbürgermeister von Düsseldorf am 23. Februar 1834 an den Hochwohlgeborenen Herrn Regierungschefpräsident Frhr. v. Schmitz-Grollenburg, daß in Düsseldorf schon lange vor der Besitzergreifung durch den Preußischen Staat bedeutende Maskenbälle, Maskenzüge und Carnevalsbelustigungen stattgefunden hätten und daher die recr. Kabinettsorder in hiesiger Stadt keine Anwendung finden könne.

Diese Gegendarstellung wurde bereits am 26. Februar 1834 an den Oberpräsident in Coblenz weitergeleitet. Nach längerem Hin und Her erhielt Düsseldorf eine Ausnahmegenehmigung in Aussicht gestellt, wenn ein diesbezüglicher Antrag einginge.
Für die Städte Coblenz, Aachen und Trier wurde solches nicht avisiert. Der Ablehnungsgrund lag in der „Beeinträchtigung der Moralität bei den die rohe Lust erzeugenden Tanzvergnügen vor allem bei der niederen Bevölkerungsklasse, der Vorschubleistung zur Abhaltung von Trinkgelagen und dadurch hervorgerufenen leichtsinnigen Geldausgaben, die bis zur Armut führen und somit den Wohlstand schmählern“ Durch Kabinettsorder vom 31. Januar 1835 war es der Stadt erst möglich, einen Antrag an das Staatsministerium zu stellen. Das geschah auch, so daß der 1.offizielle Karnevalszug in diesem Jahr durch die Straßen Düsseldorfs ziehen konnte.

1844: Ein ganzer Aktenband beinhaltet die polizeyliche Beaufsichtigung der Carnevals-Belustigungen, 'Weil es oft vorkommt, daß sich hinter diesem Treiben, seinen Gesängen und Reden staatsfeindliche Umtriebe verstecken".

Am 27. Januar 1844 teilte der Kommandeur der 14. Division zu Düsseldorf mit, daß mehrere Hautboisten von ihm mit Arrest bestraft worden seien, weil sie ohne die erforderliche polizeyliche Genehmigung zu besitzen oder beantragen zu lassen auf Veranlassung eines Mannes namens Junkersdorf Musik gemacht hätten. Anlaß zu dieser Maßnahmen war aber in Wirklichkeit der Ärger über eine Rede des Carnevalspräsidenten, in der er die geheiligte Person Seiner Majestät des Preußischen Königs persifliert und somit herabgewürdigt haben soll. Der genaue Inhalt der Rede bzw. ein Conzept dazu konnte aber trotz eifrigsten Bemühens der Polizey nicht beschafft werden.
Da in einigen Versammlungen des Allgemeinen Vereins der Carnevals-Freunde trotz staatlicher Ordnung keine Ruhe und Besonnenheit eintreten wollte, ordnete der Regierungspräsident über den Oberbürgermeister der Stadt Düsseldorf die Auflösung dieses Carnevals-Vereins an. Interessant ist dabei zu lesen, daß im Vorstand des Vereins Namen auftauchen, die vier Jahre später bei der Revolution 1848 wieder an vorderster Stelle genannt werden.

Der Preußische Innenminister fordert 1847 erneut die Auflösung des obigen Vereins, weil er "Narrendiplome" an ausgesuchte Persönlichkeiten verschickte, die sich nicht "staatstreu" verhielten. Der Innenminister wies den Regierungspräsidenten ausdrücklich an, die Personen des Vorstandes ausführlich auf ihre Staatstreue hin zu überprüfen.

Hier finden Sie eine Ehrenurkunde von 1846

( Quelle: Bezirksregierung Düsseldorf – www.brd.nrw.de )

 

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